Hybridsamen und / oder F1-Generationen

Gespeichert von firstlevel am So., 10.04.2016 - 15:15

Hybridsamen oder F1-Hybridsamen sind in der Pflanzenzucht von entscheidender Bedeutung. Sie entstehen, wenn zwei Pflanzen unterschiedlicher Arten oder Rassen, auch unterschiedlicher Unterarten miteinander gekreuzt werden. Aus zwei verschiedenen Elternpflanzen entstehen somit die Hybridsamen, auch als Bastard oder Mischling bekannt.

 

Wie kommen F1-Hybridsamen zustande?

Um Hybridsamen der F1-Generation nach Mendel herzustellen, braucht es zunächst reinrassige Pflanzen. Sie wurden über lange Zeit immer wieder miteinander gekreuzt, so dass hier ein gewisses Maß an Inzucht nicht ausgeschlossen werden kann. Langfristig führt diese Inzucht zu einem Kümmerwuchs bei Pflanzen, das heißt, sie werden immer weniger resistent gegenüber äußeren Einflüssen.

Zwei dieser reinrassigen Pflanzen werden nun, zum Beispiel im Labor, dazu gezwungen, sich gegenseitig zu befruchten. Die beiden Eltern geben jetzt ihre genetischen Merkmale an die entstehenden Samen weiter. Die Hybridsamen der ersten Generation sind entstanden. Heute werden Hybridsamen für viele Nutzpflanzen eingesetzt. Erkennbar ist das Saatgut an der Beschriftung F1-Saatgut. Da dieser Prozess sehr aufwändig ist, ist es heute beim Bauern nicht mehr üblich, aus der Ernte des Vorjahres neues, eigenes Saatgut für das kommende Jahr herzustellen, sondern das F1-Saatgut zu kaufen.

 

Warum wird F1-Saatgut hergestellt?

Natürlich stellt sich die Frage, warum Hybridsamen überhaupt hergestellt werden. Mischlinge und Kreuzungen verschiedener Arten sind als solche ja eigentlich unerwünscht. Der Grund ist aber in der Vererbungslehre nach Mendel zu suchen. Das 2. Mendelsche Gesetz besagt, dass durch die Verpaarung zweier Eltern deren genetische Merkmale im Nachkommen vereint werden. Es entsteht ein neuer Genotyp.

Dieser ist besonders robust gegenüber Witterungseinflüssen, aber auch Schädlingen. Zudem ist der Ertrag entsprechenden F1-Saatguts sehr viel höher, als bei den reinrassigen Pflanzen, die ursprünglich verwendet wurden. Somit versprechen sich Bauern, aber genauso Hersteller des F1-Saatguts höhere Erträge durch die Verpaarung unterschiedlicher Pflanzen miteinander.

 

Nachteile der Hybridsamen

Es gibt allerdings ebenso Nachteile bei den Hybridsamen. So besteht immer die Gefahr, dass es bei der Kreuzung unterschiedlicher Pflanzen zu nicht keimfähigem Saatgut kommt. Auch können ausschließlich die Merkmale der Mutter- oder Vaterpflanze übergeben werden, so dass nie genau vorherzusagen ist, ob der Hybridsamen die gewünschten Mehrerträge mit sich bringt.

Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass die positiven Eigenschaften hinsichtlich der Robustheit nur in der bereits benannten F1-Generation auftreten. Wird diese erneut gekreuzt oder mit sich selbst verpaart, so entstehen neue Phänotypen und diese bringen oft sehr negative Eigenschaften mit sich. Insofern müssen beispielsweise Bauern, um die höheren Erträge zu erhalten, jedes Jahr aufs Neue Saatgut des F1-Typs nachordern. Es besteht für sie keine Möglichkeit, dieses selbst herzustellen oder die Ernte aus diesem Saatgut zu nutzen, um neues Saatgut zu produzieren. Dies würde sehr negative Eigenschaften aufweisen, wie Mendel es schon gelehrt hat.

 

Warum können Hybridsamen auch gefährlich werden?

Vielfach werden Hybridsamen mit Wildpflanzen gekreuzt. Daraus ergibt sich ein großer Nachteil und auch eine enorme Gefahr: Können die Wildpflanzen sich nicht mehr auf natürlichem Wege vermehren, sondern werden in Labors zur Verpaarung mit anderen Pflanzen gezwungen, so werden sie langfristig aussterben. Die Artenvielfalt in der freien Natur kann durch die dauernde Herstellung von Hybridsamen beeinträchtigt, unter Umständen sogar ausgelöscht werden.

 

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