Ostern germanischer Ursprung - Ostara

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Germanischer Ursprung von Ostern – was ist dran?

Immer wieder streitet man darüber, woher Ostern eigentlich stammt. Das Christentum feiert mit Ostern die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Andere Quellen geben an, das Osterfest stamme bereits aus vorchristlicher Zeit und habe einen germanischen Ursprung. So heißt es oft, dass der Name von der germanischen Frühlingsgöttin Ostara abgeleitet worden sei. Doch was ist dran an diesen und anderen Vermutungen, wie Ostern entstand?

 

Die Mythen um Ostara und Ostern

Die Mythen um Ostara reichen weit. So hat Beda Venerabilis, ein englischer Kirchenhistoriker, der von 673 bis 735 lebte, im Werk „De temporumRatione“ die Herkunft des Wortes Ostern auf eine Göttin Erostrae zurückgeführt. Von dieser stamme auch der Name des Monats „Eostrumonath“.

Basierend auf diesen Aussagen Venerabilis‘ erklärte Jacob Grimm in seinem Werk „Deutsche Mythologie“ von 1835, dass der Name Ostern von einer germanischen Göttin namens Ostara hergeleitet werden könne. Grimm selbst geht nicht davon aus, dass Beda Venerabilis die Göttin selbst erfunden haben könnte.

Trotzdem sind sich Wissenschaftler bis heute komplett uneinig darüber, ob es Ostara wirklich gegeben haben soll. Zwar räumen die Experten ein, dass das germanische Frühlingsfest wahrscheinlich mit einer bestimmten Gottheit verbunden ist, trotzdem lässt sich bis heute nicht eindeutig klären, mit welchen Inhalten das Frühlingsfest wirklich verbunden war.

 

Germanisches Frühlingsfest und Ostern haben viele Gemeinsamkeiten

Auf einen germanischen Ursprung des Osterfestes deuten aber auch einige andere Gemeinsamkeiten hin, so etwa die Terminbestimmung. Während das Frühlingsfest germanischen Ursprungs seit jeher am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach dem 21. März stattfand, ist für Ostern der gleiche Termin gefunden worden. Auch der Begriff Ostern als Ableitung von der Himmelsrichtung, in der die Sonne in der Frühlingszeit aufgeht (Osten, im Winter Südosten und im Sommer Nordosten) könnte ein Hinweis auf den germanischen Ursprung dieses Brauchs sein.

Das Osterfest beginnt schon in der Karwoche. Es dauert von Gründonnerstag bis Ostermontag. Allerdings ist das Frühlingsfest der Germanen bereits mit dem Frühlingsbeginn am 21. März gestartet. Hier ergibt sich ein Unterschied zwischen beiden Festen. Es gibt noch weitere typische Bräuche rund um das germanische Frühlingsfest, die den Bräuchen an Ostern nicht unähnlich sind:

 

 Datum

 Germanisches Frühlingsfest

 

 

 21. März

  • Sammeln der ersten Frühlingsblumen und Binden zu einem Kranz, der das Ewigkeitszeichen bildet

 Grüner  Sonntag/Palmsonntag –  eine Woche vor  Ostersonntag = Start in die  Karwoche

  • Lebensbäume werden im Garten aufgestellt und sollen Schutz vor Krankheit und Tod bieten

 Gründonnerstag

  • Verzehr von grünen Speisen zu Ehren von Thor, dem Donnergott und Schmücken des Osterstraußes mit Eiern und kleinen Hasen, die als Symbole für das Lebenstehen

 Karfreitag

  • Backen von Gebildbroten, etwa als Osterfladen, der die Sonne symbolisieren soll

 Ostersamstag

  • Dreispeichiger Leiterbaum wird gefertigt, der als Symbol für die wachsende Familie bekannt ist und mit zwölf Eiern (pro Monat des Jahres), dem Sonnenrad und der Hagalrune geschmückt wird
  • Die gekochten Eier werden für das Sonntagsfrühstück gefärbt
  • Entfachung der Osterfeuer am Abend, nachdem alle Feuer im Haus am Nachmittag gelöscht wurden

 Ostersonntag

  • Am Morgen holen Mädchen Osterwasser, waschen sich darin oder gehen barfuß durch den Ostertau, wobei das Wasser als Lebenssinnbild gilt
  • Osterfrühstück mit Osterschinken, gefärbten Eiern und Gebildbroten
  • Osterspaziergang

 Ostermontag

  • Schmalkostern – leichtes Schlagen der Eltern oder des anderen Geschlechts mit Weidenruten, die am Gründonnerstag geschnitten mit neun bunten Bändern durchflochten wurden – Erinnerung an den Lebensbaum, das Schlagen soll Glück und Segen bringen

 

Gerade die Bräuche, die mit Feuer und Wasser zu tun haben und auch beim heute christlich geprägten Osterfest zelebriert werden, lassen auf einen germanischen Ursprung schließen. Dort stehen Feuer und Wasser sinnbildlich für den Lebensquell, bestimmen das Schicksal, man spricht vom Wasser des Lebens und vieles mehr. Im christlichen Brauchtum spielt Wasser als Weih- und Taufwasser zwar ebenfalls eine wichtige Rolle, allerdings kam es erst später zu seiner Bedeutung.

Der Lebensbaum ist ebenfalls ein Indiz für den germanischen Ursprung von Ostern. Er ist bekannt als Weihnachtsbaum, als Maibaum und als Osterstrauß, so dass bis heute unklar ist, ob ihn nun das Christentum oder die Germanen übernommen haben.

Autor / Redaktion
bl, bp
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