Lebensmittelmotten bekämpfen und vorbeugen

Gespeichert von firstlevel am So., 17.06.2018 - 23:58
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Lebensmittelmotten treten bevorzugt in der Küche auf und werden deshalb besonders drastisch bekämpft. Schließlich sind Motten in der Küche nicht nur ein Problem, das von Ekel begleitet wird, sondern sie können auch gesundheitliche Folgen haben und Allergien auslösen. Nicht zuletzt werden von Lebensmittelmotten befallene Lebensmittel ungenießbar. Doch zuerst einmal gilt es, die Lebensmittelmotten zu erkennen bveor wir Lebensmittelmotten bekämpfen. Dabei sind nicht die eigentlichen Motten es, die unsere Lebensmittel fressen, sondern deren Larven.

 

Wie lassen sich Lebensmittelmotten erkennen?

Lebensmittelmotten sind dabei lediglich als Überbegriff zu verstehen. Sie umfassen

  • Mehlmotten,
  • Dörrobstmotten und
  • Kornmotten

Damit die Motten in der Küche richtig bekämpft werden können, muss erst einmal die richtige Art festgestellt werden.

 

Die Mehlmotte im Überblick

Die Mehlmotte, auch als Ephestiakuehniella ist eine der bekanntesten Motten in der Küche. Sie zeichnet sich durch blaugraue bis rötlichgraue Vorderflügel mit hell und dunkel gezackten Linien aus. Die Hinterflügel sind dagegen einheitlich Hellgrau. Die Mehlmotte hat einen etwa acht bis zehn Millimeter langen Korpus, die Spannweite der Flügel beträgt ca. 20 Millimeter.

Die Raupen der Mehlmotten lassen sich an der weißen Farbe mit rötlichen bis grünlichen Einfärbungen erkennen. Der Kopf ist Braun und die Länge der Raupen kann bis zu 20 Millimeter betragen.

 

Die Kornmotte im Überblick

Ebenfalls zu den häufigen Motten in der Küche zählt die Kornmotte. Sie kommt mit schwarzbraunen Vorderflügeln daher, die mit gelben Flecken versehen sind. Am Rand weisen die Vorderflügel einen dunkel abgesetzten Fransensaum auf. Auch hier sind die hinteren Flügel einfarbig Grau. Die Kornmotte hat eine Korpuslänge von etwa sechs Millimeter und ist damit etwas kleiner als die Mehlmotte, die Flügelspannweite ist mit 20 Millimetern aber die gleiche. Auch die Raupen der Kornmotte ähneln denen der Mehlmotte. Sie sind gelblichweiß gefärbt, erreichen jedoch eine Länge von nur neun bis zwölf Millimetern. Der Kopf ist hellbraun eingefärbt und meist leicht glänzend.

 

Die Dörrobstmotte im Überblick

Bleiben noch die Dörrobstmotten, deren Erscheinungsbild sich deutlich von den Mehl- und Kornmotten unterscheidet. Die Vorderflügel sind zwar auch hier rostbraun bis kupferrot eingefärbt und enthalten helle Querbinden und die Hinterflügel sind wieder einheitlich gräulich gefärbt. Dafür sind die Dörrobstmotten mit einer Korpuslänge zwischen sechs und zehn Millimetern gut erkennbar. Ihre Flügelspannweite beträgt lediglich 15 bis 20 Millimeter. Die Raupen sind wiederum weißlich gefärbt, können leicht grünlich oder rötlich eingefärbt sein, der Kopf ist Braun, glänzt aber fettig.

 

Wie kann ich Lebensmittelmotten vorbeugen?

Lebensmittelmotten sollten nach Möglichkeit gar nicht erst auftreten. Um das zu gewährleisten, sollten alle Vorräte in gut verschlossenen Behältern aufbewahrt werden. In Papiertüten oder Pappkartons, in denen Mehl, Grieß, Körner und Co. gekauft werden, sollten die Lebensmittel dagegen nicht aufbewahrt werden. Für die Lebensmittelmotten ist es dann ein Leichtes, auf andere Lebensmittel überzugreifen.

Generell gilt als vorbeugende Maßnahme, dass immer nur so viele Vorräte angelegt werden sollten, wie sie auch zeitnah verbraucht werden können. Die Larven der Lebensmittelmotten bringt man nämlich in der Regel erst mit den Lebensmitteln ins eigene Haus. Dementsprechend verringert sich die Gefahr eines ausgeprägten Befalls mit Lebensmittelmotten, wenn die Lagerdauer der Lebensmittel im Küchenschrank nur sehr kurz ausfällt.

Schon beim Kauf der Lebensmittel sollte darauf geachtet werden, ob die Papiertüten und andere Verpackungen beschädigt sind. Bereits winzige Löcher in Papier, Plastik oder Folie sorgen dafür, dass sich Raupen in der Verpackung breit machen können.

Beim Verstauen der Lebensmittel in den Schränken ist Sauberkeit das Wichtigste. Das heißt, dass verschüttete Lebensmittelreste auf gar keinen Fall im Schrank liegen dürfen. So würde man es den Motten nur unnötig noch einfacher machen, ihre Eier abzulegen.

Die Duftstoffe Lavendel und Sandelholz mögen Motten gar nicht. Deshalb helfen die Platzierung getrockneten Lavendels oder etwas Sandelholz im Küchenschrank, diese Plätze unattraktiv für Motten zu machen. So werden die Motten diese Plätze von vornherein meiden.

 

Wie kann ich Lebensmittelmotten bekämpfen?

Haben sich die Motten erst einmal in der heimischen Küche breit gemacht, sollten sie rigoros bekämpft werden. Dabei dürfen aber chemische Mittel nur sehr eingeschränkt zum Einsatz kommen, aus dem einfachen Grund, weil hier Lebensmittel lagern und von Chemikalien entsprechende Gesundheitsgefahren ausgehen können.

Sollten dennoch Sprays oder Pulver eingesetzt werden müssen, um der Mottenplage Herr zu werden, sollten die Schränke im Anschluss gründlich ausgewaschen werden. Außerdem dürfen keine Reste der Motten-Bekämpfungsmittel mehr an den Lebensmitteln haften. Diese Vorsichtsmaßnahmen sollten ebenso eingehalten werden, wenn die Motten-Bekämpfungsmittel auf Verdunstungsbasis arbeiten. Neue Lebensmittel sollten erst dann wieder eingelagert werden, wenn die betroffenen Flächen gründlich gesäubert wurden. Generell sollten Verbraucher sich bei der Mottenbekämpfung in der Küche an die Gebrauchsanweisung halten. Und die Weisheit „Viel hilft nicht viel“ sollte beherzigt werden.

 

Diese Möglichkeiten bieten sich zur Bekämpfung von Lebensmittelmotten

Zur Bekämpfung von Motten in der Küche haben sich drei Wege bewährt:

  1. Pheromonfallen
  2. Schlupfwespen
  3. Erhitzung/Behandlung betroffener Flächen

 

Pheromonfallensind zwar eine einfache Möglichkeit zur Bekämpfung von Motten, eignen sich bei Lebensmittelmotten jedoch nur bedingt. Denn sie erreichen stets nur einen Teil der bereits ausgewachsenen Tiere. Pheromonfallensind daher eher als Ergänzung und Unterstützung anderer Maßnahmen zu empfehlen.

Schlupfwespen eignen sich bei einem sehr hartnäckigen Befall mit Lebensmittelmotten. Die kleinen Fluginsekten legen ihre Eier in die Eier der Motten hinein. Dadurch wird die Brut vollständig zerstört. Wenn alle Eier und Larven der Lebensmittelmotten zerstört wurden, verschwinden die Schlupfwespen wieder. Die Schlupfwespeneier werden bei jedem guten Händler zur Schädlingsbekämpfung angeboten.

Bleibt noch die ganz natürliche Art der Mottenbekämpfung. Mit einem Haartrockner werden alle Ritzen und Ecken der betroffenen Schränke gründlich erhitzt. Denn die Eier und Larven der Lebensmittelmotten sind hitzeempfindlich. Durch die Hitze, die der Haartrockner auf sie bringt, werden sie effektiv zerstört. Dennoch gibt es Ecken, die mit dem Haartrockner nicht erreicht werden können. Diese können mit Diatomeenerde bestäubt werden. Das ungiftige Mehl aus Kieselalgen tötet zuverlässig alle Arten von Schädlingen ab.

Außerdem sollten alle Lebensmittel, die mit Motten befallen sind, entsorgt werden. Ratsam ist es, die Vorräte vor dem Wegwerfen für ein bis zwei Stunden bei 60 bis 80 Grad Celsius im Backofen zu erhitzen oder für mehrere Tage einzufrieren. So werden alle Larven, Eier und Falter in den Vorräten abgetötet und die Lebensmittelmotten können nicht verschleppt werden.

Autor / Redaktion
bl, bp
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