Kleidermotten (Tineola bisselliella)

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Aussehen

allgemeiner Name: Kleidermotte, Kleidermotten
Körperllänge:
Flügelspannweite: 10-15 mm
Farbe: gelb, gelblich, braun, bräunlich – ohne Zeichnungen
Entwicklung (Ei>Raupe):  8-14Tage (weiße Raupen)
Entwicklung (Raupe>Motte): ~60-90 Tage
Lebzeit:
Nahrung: Haare, Wolle, Baumwolle, Felle, Stoffe
Besonderheit: geräuschempfindlich, versteckt sich schnell bei Störungen oder Fangversuchen.
Vermehrung: 50-250 Eier

 

Lebensweise / Lebenszyklus

In der Natur leben Kleidermotten überwiegend in Nestern von Vögeln oder auch von Säugetieren. Immer dort wo Tierhaare zu finden sind. Die Kleidermotte ist aber auch weltweit in Wohnungen und Behausungen von Menschen (wie z.B. Kleingartenhäuschen, Garagen) zu finden. Die Kleidermotte bevorzugt grundsätzlich Wohnungsräume, oder aber auch Lagerräume. Die Kleidermotte bevorzugt dabei das in den Haaren oder aber in Pelzen und Fellen, enthaltene Protein Keratin. Auch wenn Kleidermotten synthethische Stoffe anfressen, wird diese grundsätzlich nicht verdaut. Reine Woll bzw. Mischgewebe sind die bevorzugten „Kleider“ dieser Mottenart „Tineola bisselliella“.

Schadwirkung

Papier und Holz sind nicht Ziel der Kleidermotte.

Wie auch bei anderen Mottenarten, sind es die Raupen der Kleidermotte die den Schaden hervor rufen. Wo sie sind, kommt es zu Löchern, den die Kleidermotten-Raupen fressen sich durch fast alles mit Anteilen von Haaren, Schuppen und Stoffen mit Wollanteilen (auch haarig).
Wird Kleidung länger gelagert, kann es zu einer Massenvermehrung der Kleidermotten kommen. Großes Angebot an Nahrung = große Vermehrungsaktivität der Kleidermotten.

Kleidermotten bekämpfen

Die beste Abwehr gegen Kleidermotten ist regelmäßig für die Entfernung von Haaren, Haut und Schuppenresten sowie allem damit in Zusammenhang stehenden Dingen, zu sorgen. Hygiene schränkt den Befall von Kleidermotten erheblich ein. Dort wo es sauber und frei von der Nahrung der Kleidermotte ist, entstehen keine Nester und Grundlagen für Kleidermotten

Die Mottenkugel / Mottenpapier
Die Mottenkugel ist im Prinzip eine stark riechende chemische Verbindung. Hauptsächlich kommt hierbei Paradichlorbenzol (PDCB) als aktiver Bestandteil in den Mottenkugeln vor, welches weniger geruchsintensiv ist als das früher benutzte Naphthalin (C10H8).

Natürliche Mottenkugeln arbeiten grundsätzlich mit ätherischen, deren Geruch die Kleidermotten ebensowenig mögen wie bei den chemischen Mottenkugeln. Hierbei kommen ätherische Öle wie z.B. von der Zeder-, Kiefer-, und dem Niembaumholz zum Einsatz. Ebenso aus dem Garten ist der Lavendel als alternatives Hausmittel bekannt. Hier wurden früher schon die Lavendelblüten getrocknet und in kleinen Säckchen zusammengeschnürt.

Kühlen und Erhitzen
Verdächtige oder befallene Kleidung kann durch vorsichtiges erhitzen (z.B. einlegen in heißes Wasser) oder durch einfrieren von mindestens einer Woche im Tiefkühlschrank / Gefrierschrank vom Mottenbefall befreit werden.
Das waschen von Stoffen und Kleidungen führen bei hoher Hitze zu Verfilzungen. Hier ist im Abstand von Wochen zu prüfen ob der Befall wirklich beseitigt wurden oder durch das Filz Kleidermotten hängen geblieben sind und sich neu ausbreiten konnten.

Biologische / natürliche Abwehr mit Schlupfwespen
Schlupfwespen sind parasitäre Nützlinge, die ihre Eier von weniger als einem Millimeter in die Eier der Kleidermotten ablegen, und aus diesen Schlüpfen. Dieser Kreislauf wiederholt sich auf natürliche Art und Weise, bis die Schlupfwespen keine Nahrungsgrundlage, d.h. keine Kleidermotten Eier mehr vorfinden.
Sie erhalten dabei aus dem Handel oder online Versand kleine Pappkärtchen oder Tütchen mit Kolonien der Schlupfwespenart Trichogramma evanescens. Damit der Kreislauf der Kleidermotten Populationen wirksam unterbrochen werden kann, bedarf es einer Kur im Abstand von drei Wochen. Hierbei werden in der Regel Schlupfwespen Kolonien mit bis zu 3000 Schlupfwespen-Eiern direkt in die Nähe der Kleidung gelegt.

Kontrolle
Um wirksam kontrollieren zu können ob Motten noch vorhanden sind, und wie stark ggf, gibt es im Handel sogenannte Pheromonen-Fallen. Diese Fallen locken auf Pheromonen Basis männliche Motten an, und halten sie mit einem Kleber fest. Durch die Anzahl der kleben gebliebenen Motten lässt sich die Stärke des Befalls kontrollieren.

Autor / Redaktion
bl, bp