Tollwut bei Katzen

Gespeichert von firstlevel am Do., 24.03.2016 - 16:34

Die Tollwut ist wohl die bekannteste Krankheit, die bei Katzen und allen anderen Säugetieren gleichermaßen auftreten kann. Sogar Vögel können betroffen sein, sind allerdings aufgrund ihrer höheren Körpertemperatur weniger anfällig für das Virus, das die Tollwut auslöst. Die Tollwut kann nicht nur für die Katzen, sondern ebenso für den Menschen gefährlich werden, da er sich damit anstecken kann.

 

Beschreibung der Tollwut

Die Tollwut lässt sich in zwei Varianten gliedern: Die stille und die rasende Wut. Je nach Art der Tollwut kommt es dabei zu einem starken Rückzug bei der stillen Variante. Das heißt, betroffene Tiere werden sehr ruhig und apathisch, vormals eher scheue Tiere werden auf einem zutraulich. Bei der rasenden Wut, wie der Name schon andeutet, handelt es sich dagegen um eine Verhaltensänderung hin zu Aggressivität. Katzen können dann selbst ihren Halter beißen oder ihn anderweitig abschrecken, aber auch die natürliche Angst vor Hunden geht verloren. In der starken Änderung des Verhaltens erkennt man die Tollwut ebenfalls am besten.

 

Übertragung  und Verlauf der Tollwut

Übertragen wird die Tollwut in aller Regel durch Wildtiere, aber auch infizierte Haustiere können die Erkrankung übertragen. Sogar Fledermäuse kommen dabei in Frage. Die Übertragung erfolgt über den Speichel, wobei die Konzentration des Virus in diesem so gering ist, dass eine Tröpfcheninfektion nicht in Frage kommt. Bei Bissen hingegen sieht es schon anders aus. Auch kann eine Übertragung durch den Speichel stattfinden, wenn vorher bereits kleine Hautverletzungen und Wunden bestanden. Dadurch gelangt das Virus in den Blutkreislauf und kann sich von dort zum Gehirn vorarbeiten.

Im Gehirn angekommen sorgt das Tollwut-Virus für Veränderungen der Gehirnzellen, die später zu den genannten Verhaltensänderungen führen. Es kommt zu einer Gehirnentzündung, einer so genannten Encephalitis. Nachdem die Gehirnentzündung ausgelöst wurde, wandert das Virus zurück in den Speichel des infizierten Tieres.

 

Inkubationszeit und Symptome der Tollwut

Die Inkubationszeit ist unterschiedlich lang, in der Regel vergehen zwei bis acht Wochen, bis die Tollwut ausbricht. Allerdings kommt es hier immer darauf an, wo das Erregervirus in den Blutkreislauf eingedrungen ist. Liegt die Verletzung im hinteren Bereich des Katzenkörpers, so dauert der Ausbruch der Tollwut länger, da das Virus einen langen Weg bis zum Kopf, in dem sich das Gehirn befindet, zurücklegen muss.

Als typische Symptome der Tollwut gelten die bereits genannten Verhaltensänderungen. Außerdem kann es zu Muskelzuckungen und einem vermehrten Speichelfluss kommen, der wiederum den bekannten Schaum vorm Maul erklärt, der im Volksmund als wichtigstes Symptom der Tollwut angesehen wird. Störungen des Gleichgewichtssinns, Krämpfe und sogar Lähmungen treten ebenfalls als typische Symptome der Tollwut auf.

 

Therapie der Tollwut

Die Tollwut gilt als unheilbar, wenngleich einige wenige Fälle bekannt sind, in denen ein Tier die Erkrankung überlebt hat. Jedoch trug es erhebliche Schädigungen des Gehirns davon. Eine Impfung, die kurz nach der Infektion, aber vor dem Auftreten der ersten Symptome erfolgen kann, ist die einzige Möglichkeit, die Tollwut bei Katzen zu behandeln. Sind die ersten Symptome aber schon sichtbar, darf eine Behandlung nicht mehr erfolgen. In aller Regel wird bei Verdachtsfällen auf Tollwut zunächst die Quarantäne angeordnet. Vielfach wird jedoch auch sofort die Euthanasie durchgeführt. Eine eindeutige Diagnose der Tollwut ist im Übrigen während der Erkrankung nicht möglich. Erst nach dem Tod des Tieres, der in fast allen Fällen eines Ausbruchs der Krankheit eintritt, kann eine Diagnose gestellt werden. Hierfür werden histologische und immunologische Untersuchungen vorgenommen. Dabei müssen die Gehirnzellen des Tieres entnommen, speziell eingefärbt und unter dem Mikroskop untersucht werden, um den Verdacht auf Tollwut bestätigen zu können. Über die Euthanasie oder Quarantäne eines Tieres, bei dem Verdacht auf Tollwut besteht, entscheidet übrigens grundsätzlich der Amtstierarzt, dem entsprechende Fälle gemeldet werden müssen.

Katzenhalter können sich vor dieser tückischen Krankheit jedoch schützen. Die Tollwutimpfung, die bereits ab dem dritten Lebensmonat einer Katze gegeben werden kann, schützt effektiv vor der Erkrankung. Sie muss jährlich aufgefrischt werden, um einen dauerhaften Schutz zu erreichen und sollte in jedem Fall genutzt werden. Das dient nicht nur der Sicherheit der Katze, sondern auch der ihres Menschen. Insbesondere freilaufende Katzen, bei denen die Gefahr besteht, dass sie mit Wildtieren, wie Füchsen, in Kontakt kommen, sollten geimpft werden. Aufgrund der Kombinationsimpfstoffe werden aber auch Hauskatzen immer häufiger vorsorglich gegen die Tollwut geimpft.

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