Trauermücken

Steckbrief
Name
Trauermücken
Wissenschaftlicher Name
bradysia paupera
Größe ca.
3 - 4 mm
Lebensdauer / Alter
3 - 7 Tage
Aussehen / Farben
dunkle Färbung
Lebensraum
feuchte, humose Erde
Nahrung, Ernährung
junge Wurzeln von Sämlingen und Stecklingen, teilweise auch ältere Wurzeln
natürliche Feinde
Nematoden, Raubmilben
Nützlinge / Schädlinge
beides
Nützlinge
Nützlinge gegen
Steinernema feltiae (Nematoden), Macrocheles robustulus (Raubmilbe), Hypoaspis miles/aculeifer (Raubmilbe)
Beschreibung

Trauermücken – Nützlinge oder Schädlinge?

Trauermücken, deren botanischer Name Sciaridae lautet, gehören im Garten häufig zu den Schädlingen, wobei sie durchaus auch nützlich sein können. Sie zählen aus Expertensicht zur Familie der Zweiflügler (Diptera) und dort zur Unterordnung der Mücken (Nematocera).

 

Trauermücken – das sind die Besonderheiten

Obwohl die Trauermücken eng verwandt mit den Stechmücken sind, besitzen sie doch keinen Stechrüssel. Damit bleiben sie für den Menschen weitestgehend ungefährlich. Die Trauermücken stellen jedoch eine Gefahr für Pflanzen, vor allem für Topfpflanzen und Stecklinge dar. Allerdings sind nicht die Trauermücken selbst, sondern die Larven der Tiere für das Schadbild an den Pflanzen verantwortlich. Die Larven der Trauermücken leben in der Erde und ernähren sich dort von den Pflanzenwurzeln.

Trauermücken sind in der Regel nur wenige Millimeter klein und lassen sich dadurch mit bloßem Auge nur schwer erkennen. Sie zeichnen sich durch den schwarzen und schlanken Körperbau aus. Die Beine sind untergliedert, so dass die Trauermücken häufig mit Fruchtfliegen verwechselt werden. Je nach Unterart können Trauermücken eine farbige Bauchunterseite aufweisen.

Die Trauermücken verfügen ebenfalls über Augen, die allerdings nur undeutlich und schwer zu erkennen sind. Männliche Trauermücken sind charakterisiert durch die klar geaderten Flügel, bei denen eine ausgeprägte Mittelader zu sehen ist. Diese spaltet sich glockenförmig auf. Weibchen dagegen sind meist flügellos. Generell sind Trauermücken zu den eher schlechten Fliegern zu zählen, weshalb man sie recht gut an ihrem leicht taumelnden Flugstil erkennen kann.

 

Trauermücken – Verbreitung und Vorkommen

Die Trauermücken sind weltweit verbreitet. Sie können dabei selbst an extremen Standorten leben, wie etwa in den kalten Tundragebieten oder in den extrem heißen Wüstengegenden. Trauermücken weisen in bestimmten Lebensräumen eine besonders große Artenvielfalt auf. Dazu zählen die feuchten Wälder, Moore und Wiesen, aber auch Gärten und Felder. Sie leben in freier Natur häufig im Laub versteckt. Bei der Zersetzung von abgestorbener Biomasse spielen Trauermücken in freier Natur eine wichtige Rolle.

Im Haus und Garten bevorzugen die Trauermücken dagegen feuchte Blumentöpfe und Gewächshäuser als Lebensraum. Seltener finden sie sich im Freilandanbau. Die Trauermücken können sich dabei sehr schnell und sehr stark verbreiten, wobei die extreme Verbreitung von Menschenhand gemacht ist. Durch den weltweiten Handel mit Blumenerde, Humus und Torf werden immer wieder auch nicht einheimische Arten nach Deutschland eingeschleppt. Diese nicht einheimischen Arten haben hierzulande keine natürlichen Fressfeinde und können sich dementsprechend explosionsartig vermehren.

 

Vermehrung und Lebensweise der Trauermücken

Die Trauermückenlarven sind etwa zehn Millimeter lang und glasig grau-weißlich gefärbt. In der Regel weisen sie eine sehr deutliche, tiefschwarze Kopfkapsel auf. Die Larven durchlaufen mehrere Stadien, bevor sie sich verpuppen. Die Puppen sind etwas kleiner als die ursprünglichen Larven und verändern ihre Farbe binnen weniger Tage von einem reinen Weiß zu einem Gelbbraun.

Die Trauermücken findet man in freier Natur ausschließlich in den Sommermonaten, da sie Feuchtigkeit und Wärme lieben. Haben sie sich im Blumentopf oder Gewächshaus eingenistet, können sie dort das ganze Jahr über auftreten und sich vermehren. Allerdings sind die ausgewachsenen Trauermücken nur wenige Tage überlebensfähig und ernähren sich währenddessen von totem Pflanzenmaterial. In dieser Zeit vermehren sich die Trauermücken auch. Bis zu 160 Eier können die Weibchen nach der Paarung legen. Aufgrund ihrer geringen Flugkünste entfernen sie sich oft nicht zu weit von der feuchten Erde und den Blumentöpfen.

 

Trauermücken als Nützlinge im Garten?

Trauermücken sind durchaus nützlich, allerdings eher in freier Wildbahn, wo sie abgestorbene Biomasse zersetzen. Im Garten selbst spielen Trauermücken dagegen eher eine Rolle als Schädlinge.

 

Trauermücken als Schädlinge im Garten

Breiten sich Trauermücken im heimischen Garten aus, befallen sie vor allem die Wurzeln von Sämlingen und Stecklingen. Junge Wurzeln älterer Pflanzen haben sie ebenfalls zum Fressen gern. In der Folge tritt nur ein kümmerliches Wachstum bei den betreffenden Pflanzen auf oder diese können sogar absterben. Doch nicht nur die Fraßschäden, die Trauermücken im Garten hinterlassen, sind ein Problem. Sie öffnen auch Tür und Tor für Bakterien und Pilze.

 

Hausmittel gegen Trauermücken

Die Trauermücken können im Garten aufgrund der rasanten Vermehrung schnell zum Problem werden. Deshalb sollten zunächst Hausmittel eingesetzt werden, um sie zu bekämpfen. Beispielhaft seien hier folgende Hausmittel genannt:

  • Abdeckung der Erdoberfläche mit Quarzsand. Die Schicht sollte zwei bis drei Millimeter dick sein. Vogelsand oder eine Schicht Kiesel helfen ebenfalls. Auf diese Weise ist die feuchte Erde als Eiablageplatz nicht mehr vorhanden.
  • Ebenfalls können Gelbtafeln in der Nähe betroffener Pflanzen aufgestellt werden. Diese sind im Gartengeschäft und zum Teil schon in der Drogerie erhältlich. Durch die gelbe Farbe werden die Trauermücken angelockt und bleiben an der beidseitig mit Klebemittel versehenen Tafel kleben.
  • Streichhölzer können ebenfalls mit dem Kopf nach unten in die Erde gesteckt werden. Der enthaltene Schwefel verteilt sich beim Gießen in der gesamten Erde und tötet die Trauermückenlarven ab.
  • Die Erde der Pflanzen sollte zudem nicht zu feucht gehalten werden, um den Befall schon von vornherein auszuschließen.

 

Nützlinge gegen Trauermücken einsetzen

Gegen die Trauermücken können auch verschiedene Nützlinge eingesetzt werden. Zu diesen zählen die Raubmilben

  • Macrochelesrobustulus,
  • Hypoaspismiles und
  • Hypoaspisaculeifer.

Die Raubmilben Macrochelesrobustulus werden bis zu 0,8 Millimeter groß und gelten als Allesfresser. Sie werden gegen verschiedene Stadien der Trauermückenlarven eingesetzt, können „nebenbei“ aber auch Springschwänze und die Eier der Duponcheliafovealis bzw. der Delicaradicum mit eliminieren. Die Macrochelesrobustulus sind in Form von Eiern und im ersten Nymphenstadium weiß gefärbt, die adulten Raubmilben nehmen jedoch eine braune Färbung an.

Die Raubmilben der Arten Hypoaspismiles und Hypoaspisaculeifer gehören ebenfalls zu den im Boden lebenden Räubern, die ein sehr breites Beutespektrum aufweisen. Die Raubmilben Hypoaspisaculeifer können nicht nur Trauermücken den Garaus machen, sondern auch den Weichhautmilben Rizoglyphusrobini, die in den Schuppen von Blumenzwiebeln vorkommen. Die Hypoaspisaculeifer entwickeln sich binnen zwölf Tagen vom Ei bis zum geschlechtsreifen Tier, Voraussetzung dafür ist eine konstante Temperatur von ca. 25 Grad Celsius. Alle Stadien sind dabei räuberisch. Die Nützlinge werden sich vorwiegend in der oberen Bodenschicht aufhalten, wobei dies abhängig von der jeweiligen Bodenstruktur und –feuchtigkeit ist. Bis zu drei Eier legen die geschlechtsreifen Weibchen pro Tag. Auch hier sind die Eier und Nymphen zunächst weiß und die ausgewachsenen Raubmilben braun gefärbt.

Die Raubmilben der beiden genannten Arten können bei fehlendem Nahrungsangebot auch mehrere Wochen hungern. Damit eignen sie sich auch ideal für den vorbeugenden Einsatz. Generell wirken die Raubmilben bei einem Befall etwas langsamer, dafür hält der Abwehreffekt deutlich länger an. Die Raubmilben werden in der Regel in einem Torf-Vermiculite-Gemisch ausgeliefert und können dann einfach auf die betroffenen Kulturen gestreut werden. In das Substrat dieser sollten sie aber nicht gemischt werden.

Sollen die Raubmilben prophylaktisch zum Schutz vor einem Trauermückenbefall eingesetzt werden, sollten etwa 100 Tiere pro Quadratmeter freigelassen werden. Ist der Trauermückenbefall dagegen schon ausgebrochen, sollten 250 Tiere pro Quadratmeter eingesetzt werden.

 

Nematoden bei Trauermücken einsetzen

Im Kampf gegen Trauermücken kommen auch Nematoden (Steinernemafeltiae) zum Einsatz. Sie sind nur 0,8 Millimeter groß und gehören zum absoluten Standard in der Bekämpfung von Trauermücken. Die Nematoden dringen direkt in den Körper der Trauermückenlarven ein und geben dort ein Bakterium ab, das die Larven von innen heraus zersetzt. Die toten Larven lösen sich danach sehr schnell auf und können daher in der Blumenerde nicht nachgewiesen werden.

Die Nematoden werden in der Regel in Gel, in Tonmineral oder auf Eis ausgeliefert. Mittels Gießkanne oder Pumpe werden die Nematoden im Gießverfahren auf die betroffenen Pflanzen ausgebracht. Dabei ist darauf zu achten, dass die Düsenöffnung mindestens 0,8 Millimeter groß ist. Der Druck sollte 2,5 bar nicht überschreiten. Der Einsatz von Nematoden ist allerdings erst ab einer Bodentemperatur von zwölf Grad Celsius möglich. Zudem sollten die Nematoden nicht bei direkter Sonneneinstrahlung ausgebracht werden.

 

Trauermücken bekämpfen und vorbeugen

Treten Trauermücken im eigenen Garten auf, können sie dort große Schäden anrichten. Bekämpfen lassen sich die Schädlinge am besten durch Nematoden und Raubmilben in verschiedenen Varianten. Vorbeugend sollte die Erde nicht zu feucht gehalten oder mit einer Sand- oder Kiesschicht abgedeckt werden.