Schlupfwespen - Ichneumonidae

Steckbrief
Name
Schlupfwespen
Wissenschaftlicher Name
Ichneumonidae
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Hautflügler (Hymenoptera)
Größe ca.
wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern
Nützlinge / Schädlinge
Nützling
Nützlich / Schädlich
nützlich bei / gegen
Kleidermotten, Lebensmittelmotten, Mehlmotten
Nützlinge
Nützlinge gegen
Kleidermotten, Lebensmittelmotten, Mehlmotten
Beschreibung

Schlupfwespen - Ichneumonidae

Schlupfwespen gehören zu den Nützlingen für viele Gelegenheiten. Botanisch gesehen werden sie in die Familie der Hautflügler eingegliedert und stellen darunter die artenreichste Familie dar.

 

Was sind Schlupfwespen?

Schlupfwespen sind auch als Ichneumonidae bekannt. Die Insekten können eine Größe von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern, abhängig von der Art und dem Verbreitungsgebiet erreichen. Im Rahmen der Schädlingsbekämpfung werden die Trichogramma, eine spezielle Art der Schlupfwespen eingesetzt. Diese gehört zu den sehr kleinen Arten, die lediglich die Größe eines Stecknadelkopfes erreichen.

Die Schlupfwespen zeichnen sich dadurch aus, dass sie einen Legestachel aufweisen. Dieser ist etwa genauso lang wie der gesamte Körper der Schlupfwespe. Mit dem Legestachel werden die Eier der Schlupfwespe in andere Eier oder Wirtstiere injiziert. Dadurch kann die Larve der Schlupfwespe sich von den Larven des Wirts oder dem Ei ernähren, so dass diese zerstört werden.

 

Lebensweise von Schlupfwespen

Die Schlupfwespen entstehen aus Eiern bzw. Larven. Diese gelten als Parasiten. Das heißt, dass Wirtstiere bzw. -eier benötigt werden, damit die Schlupfwespen-Larven sich entwickeln können. In der Regel werden so genannte holometabole Insekten parasitiert. Beispielhaft seien hier Schmetterlinge, Käfer und Pflanzenwespen genannt, wobei auch die Nutzung von Spinnenkokons möglich ist.

Die Schlupfwespen können in freier Natur sehr hohe Parasitierungsraten von 50 bis 80 oder gar 90 Prozent erreichen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Wirtstiere sich entsprechend stark vermehren. Damit sind Schlupfwespen auch in freier Natur ideal geeignet, um Überpopulationen zu vermeiden und Schädlinge zu bekämpfen.

Die erwachsenen Schlupfwespenweibchen haben einen stark ausgeprägten Geruchssinn, mit dessen Hilfe sie die Larven von Spinnen und Insekten aufspüren. Die eigenen Eier werden dann in die Wirtstiere mit Hilfe des Legestachels injiziert. Bevor jedoch die Eier abgelegt werden, wird dem Wirtstier ein Giftstoff injiziert, um es zu lähmen. Die Schlupfwespenlarven können dann im Inneren des Wirtstieres schlüpfen und sich von diesem ernähren. Um schließlich zu schlüpfen, wird das Wirtstier, das meist deutlich aufgebläht ist und bräunlich bis schwarz verfärbt ist, geöffnet. Dafür bohren die Schlupfwespen ein Loch in die Rückenhaut des Wirts.

Schlupfwespen kommen, je nach Art, weltweit vor. In Europa, Asien und Amerika sind jedoch die allermeisten Unterarten beheimatet. In Deutschland sind Schlupfwespen natürlicherweise in Wäldern, an Waldrändern und auf Waldlichtungen, in Wiesen und buschreichen Landschaften sowie in Gärten und Parkanlagen zu finden.

 

Schlupfwespen und ihr Einsatz als Nützlinge

Je nach Unterart werden Schlupfwespen mittlerweile gezielt gezüchtet, um Schädlinge zu bekämpfen. Insbesondere Lebensmittelmotten, Kleidermotten und Lauchmotten werden mit den Schlupfwespen bekämpft. Aber auch einige andere Schädlinge, insbesondere im eigenen Garten, können durch Schlupfwespen bekämpft werden. In diesen Fällen sollen Schlupfwespen die Ernte von Obst oder Gemüse sichern.

Vorwiegend werden sie im Gartenbereich deshalb im Gewächshaus oder Wintergarten angesiedelt. Bestimmte Schlupfwespen-Arten dienen dabei der Bekämpfung der Larven der Weißen Fliege oder der Minierfliege. Auch die Larven von

  • Kohlweißfliegen und
  • Blattläusen oder die
  • Eier des Maiszünslers und des
  • Apfelwicklers werden von der Schlupfwespe eliminiert.

 

Schlupfwespen im Garten anlocken

Da Schlupfwespen für den Menschen völlig ungefährlich sind, ist es ratsam, die Nützlinge auch im eigenen Garten anzusiedeln. In der Regel werden sie vorbeugend im Gewächshaus eingesetzt. Hier fühlen sie sich bei Temperaturen zwischen 20 und 27 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von etwa 60 Prozent besonders wohl. Dabei werden meist speziell zur biologischen Schädlingsbekämpfung gezüchtete Schlupfwespen eingesetzt.

Um die Tiere auch im Freilandgarten anzulocken, sollte der Garten möglichst naturnah angelegt werden. Giftige und breit wirksame Pflanzenschutzmittel sollten vermieden werden. Nur dann können sich die Nützlinge in ausreichender Anzahl im Garten vermehren und dabei helfen, Ernteausfälle zu verhindern oder wenigstens zu minimieren.

Die Schlupfwespen können dabei auch im Garten überwintern, meist als Larven oder Puppen in den Mumien der Wirtstiere. Die bereits befruchteten Weibchen überwintern teilweise in Baumstümpfen und Grasbüscheln, unter Moos oder einer lockeren Baumrinde. Um Schlupfwespen anzulocken, kann auch vermehrt auf Doldenblütler im Garten gesetzt werden. Denn die erwachsenen Nützlinge ernähren sich vorwiegend vom Nektar der Gartenpflanzen und werden von den Doldenblütlern wie magisch angezogen.

Ideal für eine langfristige Ansiedlung der Schlupfwespen im heimischen Garten ist zudem ein geeigneter Wohnraum für die Tiere. Dafür eignen sich alte Holzstämme, in die Löcher gebohrt werden. Sie werden anschließend im Garten platziert und dann gilt es, Geduld zu haben. Nach einiger Zeit werden sich die Schlupfwespen mit etwas Glück von alleine dort niederlassen. Insektenhotels werden zwar häufig als Alternative angesehen, die handelsüblichen Varianten werden von den Nützlingen jedoch nicht immer angenommen.