Marienkäfer

Steckbrief
Name
Marienkäfer
Wissenschaftlicher Name
Coccinellidae
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Käfer (Coleoptera)
Größe ca.
4-9mm, Larven: 0,4 - 2mm
Gewicht ca.
~ 40 - 50 mg
Lebensdauer / Alter
1 -2 Jahre
Aussehen / Farben
rot, schwarz, gelb, Larven: blau-grau
Lebensraum
Garten, Wälder, Wiesen, Weiden, Heiden
Nahrung, Ernährung
Insektenfresser
natürliche Feinde
Ameisen, Amphibien, Spinnen, Vögel
Nützlinge / Schädlinge
Nützling
Nützlich / Schädlich
nützlich bei / gegen
Blattläuse, Schildläuse
schädlich bei / als
als Pflanzenfresser im Garten
Nützlinge
Nützlinge gegen
Blattläuse, Ameisen
Beschreibung

Siebenpunkt-Marienkäfer : Coccinella septempunctata 
Zweipunkt-Marienkäfer : Adalia bipunctata

 

Marienkäfer – Schädling oder Nützling?

Marienkäfer gehören zu den bekanntesten heimischen Käferarten. Sie zählen zur Familie der Coccinellidae und weisen zahlreiche unterschiedliche Arten auf. Die Marienkäfer sind nur ein bis zwölf Millimeter groß und weisen einen kurzen, halbkugelförmigen bis ovalen Körper auf. In der Regel sind die Marienkäfer an der Unterseite, der Brust und dem Kopf schwarz gefärbt. Allerdings gibt es auch Arten mit hellbraunen oder rostbraunen Unterseiten.

Gekennzeichnet sind Marienkäfer durch lange, elfgliedrige Fühler, die am Ende keulenförmig verdickt sind. Die Farbgebung des Körpers unterscheidet sich ebenfalls je nach Art des Marienkäfers. Sie reicht von Hellbeige über Gelb und Orange bis hin zu allen Brauntönen, Rosa und Rot sowie Schwarz. In der Regel sind Marienkäfer mit gelben, schwarzen oder roten und braunen Flügeldecken am bekanntesten. In Deutschland ist der Siebenpunkt-Marienkäfer am bekanntesten, der einen rot gefärbten Körper aufweist.

Marienkäfer werden ebenfalls durch ihre symmetrisch angeordneten Punkte auf den Deckflügeln erkannt. In der Regel sind die Punkte schwarz, bei einigen Unterarten gibt es aber auch helle, braune oder rote Punkte. Die Marienkäfer lassen sich in Arten mit zwei bis 24 Punkten unterscheiden. Innerhalb der einzelnen Arten können die Punkte sich ebenfalls unterscheiden.

 

Marienkäfer – grundlegende Besonderheiten

In der Regel sind die männlichen Marienkäfer etwas kleiner und leichter als die Weibchen. Allerdings sind die Unterschiede extrem gering und können zum Teil sehr stark variieren, so dass eine klare Abgrenzung der Geschlechter kaum möglich ist. Bei den Weibchen ist häufig das fünfte Hinterleibsglied etwas spitzförmiger zulaufend als bei den Männchen, wobei auch dies stets von der Art abhängt.

Marienkäfer ernähren sich vorwiegend von Blatt- und Schildläusen und können bis zu 50 Stück täglich vertilgen, wenn das Nahrungsangebot ausreichend groß ist. Im Garten können Marienkäfer daher als Nützlinge eingesetzt werden und die natürliche Schädlingsbekämpfung unterstützen. Ebenfalls verspeisen Marienkäfer

  • Wanzen,
  • Spinnmilben,
  • Käferwespenlarven,
  • Blattwespenlarven,
  • Fransenflügler und teilweise
  • Schmetterlingslarven.

Allerdings gibt es unter den Marienkäfern auch einige Arten, die sich von pflanzlicher Kost ernähren und so zum Schädling im Garten werden können. Zu ihnen zählt unter anderem der Vierundzwanzigpunkt-Marienkäfer.

Marienkäfer sind weltweit verbreitet, finden sich aber vor allen Dingen in den Tropen und Subtropen. Auch in Afrika, Amerika, Asien und Australien sind sie sehr weit verbreitet. In den kühleren Regionen Amerikas, Asiens und Europas sind sie zwar ebenfalls vertreten, allerdings mit einer deutlich verringerten Artenvielfalt.

Marienkäfer kommen in Wäldern, Wiesen, Mooren und Heiden, in Parks und Gärten sowie auf Trockenrasen vor. Der Lebensraum ist stark davon abhängig, wo die Marienkäfer das größte Nahrungsangebot finden. Doch auch hier gibt es Unterschiede: So kann der Heidekraut-Marienkäfer nur dort leben, wo Heidekraut wächst, während der Vierundzwanzigpunkt-Marienkäfer ein echter Lebenskünstler ist und sich an verschiedenste Lebensräume anpassen kann.

Die Fortpflanzung startet direkt nach der Winterpause. Ab Ende April bis Anfang Mai legen die Weibchen bis zu 400 Eier. Dabei legen sie diese portionsweise zu 10 bis 60 Stück oder gänzlich einzeln ab. Sie achten bei der Eiablage darauf, einen Ort in der Nähe geeigneter Nahrung zu finden. Häufig werden deshalb die Eier an Blattunterseiten, an Nadeln oder in den Ritzen von Rinde abgelegt. Die Entwicklung der Eier ist stark abhängig von der Temperatur und Luftfeuchtigkeit. In der Regel dauert es etwa fünf bis acht Tage, bis die Larven aus den Eiern schlüpfen. Binnen 30 bis 60 Tagen häuten sich die Larven mehrmals und entwickeln sich somit Stück für Stück zum adulten Marienkäfer. In Mitteleuropa vermehren sich Marienkäfer meist zwei Mal pro Jahr und haben eine Lebensdauer von etwa einem Jahr.

 

Der Siebenpunkt-Marienkäfer: Coccinellaseptempunctata

Der Siebenpunkt-Marienkäfer gehört zu den bekanntesten Marienkäfer-Arten in Deutschland. Er weist rot gefärbte Deckflügel und sechs schwarze Punkte (je drei pro Deckflügel) auf. Hinzu kommt ein siebter Punkt, der von zwei dreieckigen Flecken flankiert wird und sich auf dem Schildchen befindet.

Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist in Europa, Asien und Nordafrika weit verbreitet. Er bewohnt bewaldetes und offenes Gelände gleichermaßen, ist aber abhängig von einem ausreichenden Nahrungsangebot an Blatt- und Schildläusen.

 

Der Zweipunkt-Marienkäfer: Adaliabipunctata

Der Zweipunkt-Marienkäfer zeichnet sich durch seine zwei schwarzen Punkte auf den roten Deckflügeln aus. Er wird 3,5 bis 5,5 Millimeter lang. Obwohl der Zweipunkt-Marienkäfer bis in die 1970er Jahre hinein zu den häufigsten Marienkäfer-Arten in Europa zählte, findet man ihn heute immer seltener. Grund dafür ist der eingeschleppte Asiatische Marienkäfer (Harmoniaaxyridis). In den 1980er Jahren wurde er zur Schädlingsbekämpfung nach Europa gebracht und konnte sich seither rasant vermehren.

Der Asiatische Marienkäfer brachte allerdings auch Parasiten mit. Bereits die Larven sind stark infiziert. Während der Asiatische Marienkäfer allerdings einen natürlichen Schutzstoff gegen diese Parasiten aufweist, fehlt dieser Schutzstoff dem hierzulande beheimateten Zweipunkt-Marienkäfer. Frisst der Zweipunkt-Marienkäfer nun Larven des Asiatischen Marienkäfers, infiziert er sich mit den Parasiten und stirbt an den Folgen.

 

Marienkäfer als Nützlinge im Garten

Insgesamt sind in Deutschland 80 Arten von Marienkäfern bekannt. 58 von ihnen werden als Nützlinge für den heimischen Garten bezeichnet. Sie können sehr große Mengen an Blattläusen vertilgen, bis zu 50 Tiere pro Tag sind denkbar. Selbst die Larven der Marienkäfer können im Laufe ihrer Entwicklung bereits bis zu 400 Blattläuse vertilgen. Am bedeutendsten sind die Siebenpunkt-Marienkäfer und die Vierzehnpunkt-Marienkäfer als Nützlinge für den Garten. Ersterer ist rötlich, letzterer schwarz-gelblich gefärbt.

 

Marienkäfer als Schädlinge im Garten

Allerdings kann so mancher Marienkäfer im Garten auch zum Schädling werden. Insbesondere bei einer zu starken Massenvermehrung können Marienkäfer Schäden verursachen. Dies gilt vor allem für den Asiatischen Marienkäfer. Er wurde zwar ursprünglich im Kampf gegen die Blattläuse in den 1980er Jahren nach Europa eingeführt, allerdings hat er sich seither massiv ausgebreitet. Sind dann nicht genügend Blattläuse als Nahrungsquelle vorhanden, wendet sich der Asiatische Marienkäfer auch gerne Beerenobst zu und kann zu entsprechenden Schäden innerhalb der Kulturen beitragen. Ebenfalls sorgt der Asiatische Marienkäfer für Probleme, indem er einheimische Marienkäfer-Arten und auch einige Insekten verdrängt. Darüber hinaus kann es beim Kontakt des Menschen mit Sekreten des Asiatischen Marienkäfers zu Kontaktallergien und sogar asthmatischen Symptomen kommen.

 

Marienkäfer als Schädlinge im Haus

Marienkäfer überwintern gerne im Trockenen und Warmen. An warmen Herbsttagen sammeln sich deshalb manchmal Hunderte Tiere an Hauswänden und versuchen, in die Häuser einzudringen. Einmal im Innenraum angekommen, verlassen Marienkäfer das Haus erst ab Februar/März des folgenden Jahres wieder. Grundsätzlich schädlich sind die Tiere zwar nicht, können sich im Hausinneren aber schnell zur Plage entwickeln.

Vorbeugend sollten daher Fliegenschutzgitter angebracht werden, damit die Tiere nicht ins Haus gelangen. Entfernt werden können sie, indem sie auf geringster Stufe in eine über den Staubsauger gestülpte Socke eingesaugt werden. Allerdings darf man hier nicht zu rabiat vorgehen, da es sonst zum „Reflexbluten“ kommen kann. Dabei setzen die Tiere ein gelbliches Wehrsekret ab, das Tapeten, Fußböden, Wände und Teppiche verschmutzen kann und sehr unangenehm riecht.

 

Hausmittel gegen Marienkäfer

Zu den klassischen Hausmitteln gegen Marienkäfer gehört das bereits erwähnte Einsaugen. Auch können die Tiere aufgekehrt und draußen wieder ausgesetzt werden. Sie lassen sich ebenfalls in einer Lichtfalle fangen und nach draußen begleiten. Kampfer und Menthol, die mit Wasser vermischt auf betroffene Stellen gesprüht werden, sind ebenfalls eine Möglichkeit, Marienkäfer zu vertreiben, ohne sie sofort zu töten. Gleiches gilt für Lorbeerblätter, deren Geruch die Marienkäfer ebenfalls nicht mögen.

Eine Schale Wasser mit Spülmittel sorgt dafür, dass die Marienkäfer von der glitzernden Oberfläche angezogen werden. Das Spülmittel verhindert jedoch, dass die Käfer sich aus dem Wasser wieder befreien können.

 

Nützlinge gegen Marienkäfer

Klassische Nützlinge gegen den Befall mit Marienkäfern gibt es nicht. Hier hilft nur die Anwendung der Hausmittel.

 

Marienkäfer bekämpfen

Wenn sich die Marienkäfer nicht gerade im Haus breit gemacht haben, sollten und müssen sie auch nicht bekämpft werden. In allen anderen Fällen sollten die klassischen Hausmittel genutzt werden. Insektizide sind in der Regel nicht empfehlenswert, da sie auch anderen Tieren schaden können und Marienkäfer im eigentlichen Sinne keinen Schaden anrichten. Kommt es im Haus selbst zu einer regelrechten Marienkäfer-Plage kann aber auch ein Schädlingsbekämpfer beauftragt werden, der die Tiere dann eliminiert.